AKTUELL

Mona zu Besuch im Wen-Do!
"Mona mittendrin"-Sendung vom 4.6.25, SRF1
Macht statt ohnmacht - Wie Frauen sich wehren

Jede fünfte Frau in der Schweiz hat schon einen sexuellen Übergriff erlebt. Mona Vetsch trifft in einem Selbstverteidigungskurs auf Frauen, die sich gegen Gewalt wehren und sich mit den Narben der Vergangenheit auseinandersetzen.

Mit einem Schrei zerschlägt Mona mit ihrer Faust ein Holzbrett. Ein Ritual im Wen-Do, einem Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskurs für Frauen und genderdiverse Personen. Mit Faust, Ellbogen und Füssen lernt Mona sich zu wehren. Und sie erfährt dabei bewegende Geschichten der Teilnehmerinnen.

Vergewaltigung, sexualisierte Gewalt in der Kindheit, Überfall vor der Haustüre – Mona ist erschüttert von den Schicksalen, die ihr anvertraut werden. Wen-Do hilft, verloren geglaubte Macht zurückzugewinnen. Durch körperliche Übungen und den Austausch in der Gruppe. Denn das Teilen des Erlebten ist ein zentraler Teil des Heilungsprozesses.

KOSTENLOSER SCHNUPPERKURS

Im Rahmen vom 8. März, internationaler feministischer Tag

Sonntag, 1. März 2026, 17-19 Uhr

Genossenschaft Davidseck, Davidsbodenstrasse 25, Erdgeschoss, 4056 Basel

Wen-Do ist ein empowernder Mix aus körperlichen und verbalen Strategien. Wir lernen einfache, aber effektive Verteidigungstechniken, und wo wir Hilfe holen können. 

➡️Kostenloser Kurs ab 16 Jahren. All Genders ausser Cis-Männer.

➡️Anmeldung und Abmeldung (! Wichtig, da eine Warteliste geführt wird): mitra.tavakoli@wendo-basel.ch

🍀 Gewinnspiel!🍀 
Am Schnupperkurs wird ein Gutschein 💌 für 1 Wen-Do-Grundkurs verlost!  🥳

WEN-DO KURSE FÜR FRAUEN MIT BEHINDERUNG

Im Rahmen der Aktionswoche “Halt Gewalt” Kanton BS

Daten:

Kurs 1: Sonntag, 10. Mai 2026, 11-13 Uhr

Kurs 2: Sonntag, 10. Mai 2026, 14-16 Uhr

Ort: Zu Gast im Foyer Public, Theater Basel, Theaterstrasse 7, Basel

Anmeldung: Bis zum 12. April 2026 an mitra.tavakoli@wendo-basel.ch 

Eine Frau steht selbstbewusst da. Sie lächelt. Sie hat einen Langstock in der Hand. Ihre Haare wehen im Wind.

Wen-Do
Selbst-Verteidigungs-Kurs für Frauen

Das machen wir im Kurs.
    • Wir erzählen, was uns Angst macht.
    • Wir üben, gross und selbst-bewusst zu stehen.
    • Wir üben, STOPP zu sagen.
    • Wir üben, laut zu schreien.
    • Wir zerschlagen ein Brett.
    • Wir üben, mutig zu sein!

Kursorganisation: Verein Wen-Do Basel.

Mit grosszügiger Förderung durch: ZONTA Club Basel

NAU.CH: INTERVIEW "DER ÄLTERE FREUND IST EIN PROBLEM"

Nau.ch: „Der ältere Freund ist ein Problem“

Interview mit Livia Boscardin, Wen-Do Trainerin und Expertin geschlechterspezifische Gewalt; Beitrag von Rowena Goebel, 13.9.25

📌 Das Wichtigste in Kürze:

  • Viele Teenagerinnen schwärmen für ältere Männer.
  • Livia Boscardin fordert mehr Aufklärung über die Gefahren solcher Beziehungen. Legal sind sie nämlich, sobald die jüngere Person 16 ist – doch trotzdem schädlich.
  • Denn: «Eine solche Beziehung findet nicht auf Augenhöhe statt», betont Boscardin. Der Altersunterschied ist keine Romantik – das Machtverhältnis erhöht das Risiko von Kontrolle, Abhängigkeit und emotionaler Gewalt.
  • Toxische Dynamiken, wie beispielsweise krankhafte Eifersucht, gelten in unserer Gesellschaft jedoch als Liebesbeweis.
  • Anstatt also den Jugendlichen die Schuld zu geben, sollten sowohl Eltern als auch Schulen präventiv über die Gefahren solcher Altersunterschiede aufklären. Jugendliche müssen informiert werden, damit sie selbstbestimmt und reflektiert handeln können. Und vor allem müssen Erwachsene gleichgestellte, gesunde Beziehungen vorleben.

🚩 In Wen-Do Kursen werden genau solche Dynamiken, toxische wie gesunde Beziehungen mit den Jugendlichen debattiert. Wen-Do stärkt das Selbstbewusstsein und ist wirksame Gewaltprävention.

👉 Kursanfragen von Schulen, Institutionen oder Privatpersonen sind jederzeit willkommen. Das Erziehungsdepartement des Kantons Basel-Stadt unterstützt Kurse finanziell (Programm “Mut tut gut”).

💟 Für Jugendliche und junge Erwachsene:
Fühlst du dich unsicher in deiner Beziehung? Hast du Fragen?
🫂 Bleib nicht alleine. Hol dir Unterstützung: bei 147.ch oder der Opferhilfe 

➡️ Zum ganzen Artikel!

SRF-NEWS-ARTIKEL ZUR "Mona mittendrin"-Sendung "Macht statt ohnmacht - Wie Frauen sich wehren"

«Dann stand er plötzlich hinter mir» – Was tun bei Missbrauch?

Von Samuel Bürgler, 05.06.2025
https://www.srf.ch/sendungen/dok/macht-statt-ohnmacht-dann-stand-er-ploetzlich-hinter-mir-was-tun-bei-missbrauch

Jede fünfte Frau in der Schweiz erlebt körperliche oder sexuelle Gewalt in der Partnerschaft. Alle zwei Wochen wird eine Frau von ihrem (Ex-)Partner ermordet. Die Behörden wissen oft längst Bescheid. Warum versagt das System?

Nicole (Name anonymisiert) wurde mitten auf der Strasse angegriffen – auf dem Heimweg nach einem Geschäftsanlass. Es war September, kurz vor zehn Uhr abends. Nicole war fast daheim.

«Ich bin dann zurückgelaufen zu der Haustür und habe gesehen, dass mir ein Mann entgegenkommt. Er hatte eine Kapuze, er ging an mir vorbei, ich ging zu unserer Haustüre, dann stand er plötzlich hinter mir. Mit seiner Hand zwischen meinen Beinen. Es kam völlig unerwartet.»

Nicole begann zu schreien, der Mann flüchtete. Doch sie zögerte, die Polizei zu rufen. Zu sehr war sie verunsichert, ob das überhaupt als Anzeige reicht. Denn eine Vergewaltigung war es ja nicht.

Nicoles Geschichte ist nicht die Norm. Die meisten Übergriffe passieren im engen Umfeld. Der Täter ist bekannt. Doch ob bekannt oder unbekannt: Die Hürde, Hilfe zu holen, ist hoch.

Wo beginnt ein Übergriff?

Sexualisierte Gewalt ist kein Randproblem, sondern tief in gesellschaftlichen Strukturen verankert. Laut der polizeilichen Kriminalstatistik der Schweiz wurden im Jahr 2024 insgesamt knapp 10’000 Straftaten gegen die sexuelle Integrität erfasst. Dazu zählen unter anderem Vergewaltigungen, sexuelle Übergriffe und sexuelle Belästigung.

Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, Massnahmen zur Prävention und Unterstützung von Betroffenen zu verstärken. Die Dunkelziffer dürfte zudem erheblich höher sein, da viele Übergriffe nicht zur Anzeige gebracht werden. Nur mit konsequenter Prävention, gesamtgesellschaftlichem Engagement und klaren politischen Massnahmen kann sich wirklich etwas ändern.

Agota Lavoyer, Expertin für sexualisierte Gewalt, über Missbrauch

Als Beraterin, Referentin, Autorin und Kolumnistin engagiert sich Agota Lavoyer für eine bessere Unterstützung von Opfern sexualisierter Gewalt.

Ab welchem Punkt hört das akzeptable Verhalten auf und wird es zu einem Übergriff?

Ein sexualisierter Übergriff beginnt dort, wo die sexuelle Integrität eines Menschen verletzt wird. Das fängt mit sexualisierten, unerwünschten Worten, Blicken, Gesten oder Geräuschen an und geht bis zu körperlichen sexualisierten Übergriffen.

Von sexualisiertem Nachrufen und Pfeifen, taxierenden Blicken, anzüglichen Bemerkungen, nicht konsensuellem Zeigen oder Versenden von sexuell konnotierten Inhalten, unerwünschten Berührungen bis hin zu erzwungenen oder aufgezwungenen sexualisierten Handlungen.

Warum wird Gewalt an Frauen in der Gesellschaft noch häufig relativiert oder bagatellisiert?

Im Grundsatz fehlt immer noch die Geschlechterperspektive. Sexualisierte Gewalt ist nicht nur das Vergehen einzelner Männer, sondern das von einer von Männern dominierten Gesellschaft. Gewaltprävention und Gleichstellung der Geschlechter muss zusammen gedacht und umgesetzt werden.

Ohne echte Gleichstellung, werden wir das Ausmass sexualisierter Gewalt nicht vermindern können und ohne Gewaltprävention, werden wir keine Gleichstellung der Geschlechter erreichen. Es ist die Aufgabe des Bundes, die gesellschaftlichen Machtverhältnisse zu verändern und damit die Abhängigkeitsverhältnisse zu verringern.  

Was können wir als Gesellschaft unternehmen, um Übergriffe gegen Frauen in der zu verhindern? 

Es braucht flächendeckende Prävention in Schulen, wo man gewaltbegünstigende Männlichkeitsvorstellungen, Sexismus und Frauenhass behandelt und schliesslich nationale Kampagnen zu geschlechtsspezifischer Gewalt. Denn der grösste Teil der sexualisierten Gewalt hat gesellschaftliche bedingte Ursachen.

Sexualisierte Gewalt ist Ausdruck patriarchaler Geschlechterverhältnisse. Diese basiert darauf, dass Männer die Verfügungsgewalt über untergeordnete Körper haben und durch das Ausüben von sexualisierter Gewalt ihre Macht und Dominanz gegenüber dem Opfer geltend machen. Solange Dominanz über andere Menschen eine entscheidende Qualität von Männlichkeit ist, werden wir das Ausmass sexualisierter Gewalt nicht vermindern können.

Das Gespräch führte Samuel Bürgler.

Schlechtes Zeugnis für die Schweiz

Tag für Tag passiert körperliche und sexuelle Gewalt in einer Partnerschaft. Alle zwei Wochen stirbt in der Schweiz eine Frau durch die Gewalt eines (Ex-)Partners. Die Behörden wissen Bescheid. Trotzdem greift das System nicht.

Die Schweiz wurde deshalb 2022 vom Europarat gerügt. Der Vorwurf: Sie setzt die Istanbul-Konvention – ein völkerrechtlich verbindlicher Schutzmechanismus gegen Gewalt an Frauen – unzureichend um.

Es wird zwar in der Politik zunehmend über geschlechtsspezifische Gewalt gesprochen und erste Massnahmen wie der Ausbau von Krisenzentren wurden umgesetzt. Doch die Realität zeigt: Die Mittel reichen nicht aus, um die Istanbul-Konvention umfassend zu leben.

Hinzu kommt die föderale Struktur der Schweiz – viele Zuständigkeiten liegen bei den Kantonen. Das führt zu einem gravierenden Missstand: Der Zugang zu Schutz und Unterstützung für Betroffene hängt stark davon ab, in welchem Kanton die Tat geschieht. Eine einheitliche nationale Strategie fehlt bis heute.

Wie andere Länder mit Gewalt gegen Frauen umgehen

Während die Schweiz bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention hinterherhinkt, zeigen andere Länder, wie umfassender Schutz für Frauen besser gelingen kann. Spanien gilt dabei als Vorreiter in Europa.

Bereits 2004 verabschiedete das Land ein umfassendes Gesetz zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt. Das Gesetz umfasst spezialisierte Strafverfolgungsinstanzen, ein landesweites Unterstützungsnetz für Betroffene sowie verpflichtende Bildungsprogramme zur Prävention in Schulen. Wichtig ist dabei: Gewalt an Frauen wird als strukturelles Problem verstanden, das gesellschaftliche und rechtliche Antworten erfordert.

Seit der Einführung des Gesetzes ist die Zahl der Frauenmorde in Spanien insgesamt leicht zurückgegangen – auch wenn die Gewalt damit nicht verschwunden ist, wird sie ernster genommen und systematischer bekämpft als in vielen anderen europäischen Ländern.

Auch Schweden verfolgt einen konsequenten Ansatz. Das dortige Strafrecht basiert auf dem Prinzip der ausdrücklichen Zustimmung («Nur Ja heisst Ja»). Damit wurde ein Paradigmenwechsel in der Rechtsprechung vollzogen: Es geht nicht mehr darum, ob sich ein Opfer genügend gewehrt hat – sondern ob die Handlung einvernehmlich war.

Diese Gesetzesänderung führte in Schweden zu einem deutlichen Anstieg von Anzeigen und Verurteilungen bei Sexualdelikten.

Institutionelles Versagen

Viele Frauen erleben ein zweites Trauma, wenn sie versuchen, Hilfe zu holen. Anzeigen werden nicht ernst genommen, Verfahren eingestellt, Täter freigesprochen. Wer sich doch überwinden kann, landet nicht selten in einem System, das retraumatisiert statt schützt.

Die geringe Verurteilungsquote bei Sexualdelikten ist ein Signal – nicht an die Täter, sondern an die Opfer: Es lohnt sich nicht, zu kämpfen.

Die leisen Folgen eines Übergriffs

Viele Betroffene versuchen, nach einem Übergriff einfach weiterzuleben. Als wäre nichts gewesen. Doch meist geht das nicht. Immer öfter überkommt Betroffene die Angst, wenn sie alleine sind.

So auch Nicole: «Ich bekam Panikattacken. Einmal war ich mit den Kindern auf einem schmalen Weg unterwegs, hinter uns kam ein Putzmann – am liebsten wäre ich davongerannt. Immer häufiger merkte ich, dass ich Orte wie Tiefgaragen oder Keller mied, wenn ich nicht wusste, was mich dort erwartete. Nach und nach begann ich, mich zu isolieren.»

Ein Jahr lang kämpfte sie, bis sie sich eingestand: Ich brauche Hilfe.

Nicole wandte sich an die Opferhilfe, begann eine Therapie und besuchte einen Wen-Do-Kurs – eine Form der feministischen Selbstverteidigung. Und dort, sagt sie, sei zum ersten Mal etwas passiert, das sie stark machte: Sie hat sich selbst wieder ernst genommen.

Viele Frauen, die körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt haben, glauben, sie sind alleine, dass sie übertreiben, dass Schweigen besser ist. Aber Schweigen schützt nur den Täter. 

WEN-DO KURSGUTSCHEINE

Gutschein Wen-Do

Möchten Sie einer Person, die Ihnen am Herzen liegt, 💥Power💥 schenken?

Wir haben die Lösung: Überraschen Sie Ihre Partner:in, Tochter, Mutter, Grossmutter, Cousine, Freund:in, Mitarbeitende oder Nachbarsperson mit einem Wen-Do-Kurs! 👑💪🎁

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WEN-DO AUF RADIO X 📻
⚧️ "Mädchenhobbys? Jungshobbys? Von wegen!"

 

🎤 Zu diesem Thema haben die X-Kids von Radio X, dem unabhängigen Basler Radiosender (94,5 MHz), mit Livia von Wen-Do Basel ein Interview geführt.

Die X-Kids beleuchten in dieser Juni-Sendung Freizeitaktivitäten, die klassischerweise typisch männlich oder weiblich sind. Aber wie sieht die Skateboard-Szene für heranwachsende Frauen aus? Modern Dance für Jungs? Fussball für (nicht nur) tough Ladys?

Die jungen Reporter:innen Mira, Sophie, Fabian und Janik fragen die Skaterin Claudia Riera nach dem weiblichen Nachwuchs auf den Anlagen, die Wen-Do-Trainerin Livia Boscardin nach Kampfsport für Mädchen und die Stepptanz-Lehrerin Zoe Wehrmüller nach männlicher Vertretung im Tanz.

Zudem stellt Mira die Emanzipation des Frauenfussballs in der Geschichte vor. Wie sieht es denn aus mit nähenden und singenden Jungs bzw. Newcomer-Schlagzeugerinnen und Mädchen, die Bogen schiessen, aus? Das Credo der X-Kids: voll normal!

🙏 Vielen Dank für das Interview, liebes Team von X-Kids!

🎤 Höre die gesamte Sendung online: Artikel von Janina Labhardt, 2.6.2025 (Wen-Do-Interview von Min. 19:28 – 24:00)

WEN-DO IM RADIO BASILISK
⁉️Basel - gefährlich für Mädchen und Frauen⁉️

 

🎤 Am 7. Januar 2025 erschien ein Kurzinterview zu Selbstverteidigung und zur Frage, ob Mädchen und Frauen in Basel Angst haben müssen. 

Auf diese Frage antwortete Livia Boscardin:

Gewalt an Mädchen und Frauen geschieht hauptsächlich im direkten Umfeld, und nicht auf der Strasse.

“In über 80% [der Gewaltvorfälle] kennen die Frauen und Mädchen die Personen, die sie belästigen. Ich hatte gerade am Wochenende einen Kurs mit Jugendlichen. Und ja, sie haben Angst in gewissen Quartieren in Basel, und wenn es dunkel ist, aber, wenn wir etwas länger mit ihnen sprechen, dann kommt heraus: Aha, es ist der Praktikant an der Schule, der ihnen zu nahe kommt. Es ist der Grossonkel, der sie schon angefasst hat”.

Gegen solche Gewalt aus dem direkten Umfeld sei es meistens viel schwieriger, sich zu wehren, umso wichtiger sei es, über das Thema zu sprechen und Bescheid zu wissen.

Bescheid darüber, wo die Gewalt vorkommt. Und: dass Betroffene nicht schuld sind, sich nicht schämen müssen, und darüber sprechen dürfen.
70% der Vergewaltigungen finden zuhause statt (BFS 2024). Dem ist nichts mehr anzufügen.

Die auch medial reproduzierte Rede von “gefährlichen Quartieren, wo Frauen und Mädchen nicht sicher seien”, vermittelt also falsche Bilder von Tatpersonen und Betroffenen, fördert Victim Blaming (“selber schuld, wenn du dort unterwegs bist”), ist Angstmacherei und schränkt folglich Mädchen und Frauen in ihrer Bewegungsfreiheit ein. Und nicht zuletzt leistet sie einer erfolgreichen Gewaltprävention einen Bärendienst.

Selbstverteidigungskurse müssen dieser geschlechterspezifischen Realität von Gewaltbetroffenheit und -vorkommen gerecht werden.

Wen-Do-Kurse sind auf weibliche Gewalterfahrung und Lebensrealitäten spezialisiert, integrieren auch die Gewaltbetroffenheit von genderqueeren Personen – welche leider auch im öffentlichen Raum hoch ist! – und schaffen einen safer space, wo ehrlich und ohne Scham über Erlebnisse gesprochen und aktive Selbstbehauptung wie Selbstverteidigung geübt werden kann.

Danke an Radio Basilisk für das Interview und auch an Peter Neumaier für seinen Beitrag!

«Gemeinsam gegen patriarchale, geschlechterspezifische Gewalt»

Mit diesen Worten unterstreicht Livia Boscardin die Dringlichkeit eines gemeinsamen Engagements.

Für die Unia Regio-Beilage zur Zeitung «work» wurde Livia Boscardin von Kim Rotaris, Redaktion Unia Region Aargau-Nordwestschweiz, interviewt.

Livia Boscardin teilt ihre Expertise und gibt wertvolle Einblicke in die erforderlichen Massnahmen sowie die Herausforderungen bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.

Zitate aus dem Interview:

“Gesellschaftliche Normen und Stereotype spielen eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und genderqueere Personen. Sie beeinflussen, wie Gewalt bewertet, ignoriert, verharmlost oder sogar gerechtfertigt wird. Zwei soziale Normen, keine biologischen Fakten, sind dabei Grundpfeiler des Patriarchats: Erstens die Vorstellung, dass es nur zwei Geschlechter gibt, und zweitens die Annahme, dass ein Geschlecht, Männer, dem anderen – den Frauen – überlegen ist und somit das Sagen hat. Beide Annahmen sind falsch und gesellschaftlich konstruiert. […]

Diese patriarchalen Normen sind zudem der Hauptfaktor, den Tatpersonen gemeinsam haben. Es ist weder Religion, Bildung, soziale Klasse noch Alkoholkonsum, sondern eine patriarchale Einstellung.”

“Es ist entscheidend, Männer nicht nur zur Verantwortung zu ziehen, sondern sie als Verbündete in die Lösung miteinzubeziehen. Der Wandel hin zu einer gewaltfreien Gesellschaft für Frauen und genderqueere Personen kann nur gelingen, wenn Männer aktiv und verantwortungsbewusst Teil dieser Veränderung werden.”

🎙️ Unia Regio-Beilage zur Zeitung «work», Redaktion Unia Region Aargau-Nordwestschweiz, 29.11.2024

NAU.CH: INTERVIEW ZU FALL VON VICTIM BLAMING

Nau.ch: “Youtube-Star schlägt Ex-Frau – Fans haben Verständnis” ⁉️

Interview mit Livia Boscardin, Wen-Do Trainerin und Expertin geschlechterspezifische Gewalt; Beitrag von Aline Schmassmann, 11.8.24

Youtube-Star und Rapper Mois gesteht, seine Ex-Frau geschlagen zu haben. Sie spricht gar von Mordversuchen – trotzdem stehen die Fans zu ihm. Kein Einzelfall.

Vielmehr sieht Livia Boscardin einen klassischen Fall einer Täter-Opfer-Umkehr, wie sie bei Nau.ch erklärt. «Mois manipuliert die Öffentlichkeit erfolgreich. Er lenkt den Fokus auf den vermeintlichen Betrug, inszeniert sich als Opfer und sichert sich somit die Fan-Sympathie.»

Die Gewalttaten würden als «Massregelung» der Frau legitimiert. Dahinter steckten veraltete, reaktionäre und nicht zuletzt frauenfeindliche Rollen- und Beziehungsbilder. Diese Verharmlosung häuslicher Gewalt, so Boscardin, sei weitverbreitet. «Betroffene schämen sich und müssen eher um ihren Ruf fürchten als die Tatpersonen. Insbesondere, wenn es sich um Tatpersonen mit einer gewissen Prominenz und Anhängerschaft handelt.»

Zum Artikel:
https://www.nau.ch/news/ausland/youtube-star-schlagt-ex-frau-fans-haben-verstandnis-66798096

Audiowalk zum 30 Jahre-Jubiläum der frauenOase

Interview mit Livia Boscardin zum Thema “Gewalt”

“Welcher Ort steht für Gewalt? Wieder haben wir ein Klischee aufgegriffen, das Livia Boscardin von Wen-Do Basel in unserem Gespräch widerlegt. Die Zahlen und Fakten zu häuslicher & sexualisierter Gewalt die Livia Boscardin liefert, sind erschreckend. Aber es ist wichtig, sie zu benennen. Ein Gegengewicht dazu liefert ihr Herzblut für #wendobasel bei dem Selbstbehauptung und Selbstverteidigung trainiert werden kann.”

Interview zu den Themen sexualisierte und häusliche Gewalt inkl. einem ausführlichen Einblick in die Rechtslage von 1994 bis heute.

Aus der Webseite des Audiowalks:

Der Verein «frau sucht gesundheit» entstand 1992 aus einer Arbeitsgruppe der Aidshilfe beider Basel. Im Zuge der prekären Lebensbedingungen für Frauen in den offenen Drogenszenen der 80er und 90er-Jahre in der Schweiz hat der Verein «frau sucht gesundheit» 1994 die niederschwellige Anlaufstelle «frauenOase» gegründet, die seither für Frauen da ist, die von prekären Lebensumständen betroffen sind und ihren Lebensmittelpunkt «auf der Gasse» haben.

Der Verein Wen-Do Basel unterrichtet Wen-Do für die frauenOase, und zwar Kurse für die Mitarbeiterinnen wie auch regelmässig für die Besucherinnen.

Die Anliegen und Probleme, mit denen Besucherinnen die frauenOase aufsuchen, sind vielfältig und haben sich seit der Eröffnung im Jahr 1994 stetig verändert. Was unverändert geblieben ist, ist die Tatsache, dass alle Themen, die die Besucherinnen der frauenOase mitbringen, mit Marginalisierung und Stigmatisierung einhergehen und frauenspezifische Faktoren mit sich bringen, die es zu berücksichtigen gilt.

Mit diesem Audiowalk nimmt die frauenOase Sie zu einigen Orten mit, die auf unterschiedliche Weise eine wichtige Rolle für Frauen mit Lebensmittelpunkt auf der Gasse spielen oder gespielt haben. An jedem dieser Orte können Sie sich ein Gespräch anhören, dass die frauenOase mit Fachpersonen geführt hat. Die Gespräche geben einen kurzen Einblick in sechs zentrale Themen, welche frauenspezifische Faktoren dabei wirken, welche massgeblichen Veränderungen dazu stattfanden in den letzten 30 Jahren und wie sich die Stigmatisierung dieser Themen entwickelt hat.

Die Gespräche können auch unabhängig vom Spaziergang angehört werden, überall da, wo es Podcasts zu hören gibt -> https://frauenoaseaudiowalk.crd.co/

Gespräch mit Livia Boscardin: 4. Halt: Auf der Grünanlage „zum Wettsteinhäuschen“ am Claragraben.

GIRL POWER! WEN-DO-KURSE IN DER PRIMARSCHULE PRATTELN

Prattler Anzeiger vom 28. Juni 2024

“Seit bald 10 Jahren können die Mädchen in Pratteln jeweils in der 4. Klasse einen kostenlosen Wen-Do-Kurs besuchen. […] Die Schulsozialarbeit der Primarstufe Pratteln organisiert diese Kurse jeweils gemeinsam mit der Schulleitung der Primarstufe Pratteln, innerhalb ihres gemeinsamen Präventionsauftrages.”

Und die Kurse haben Erfolg: “Ich habe mich noch nie so mutig gefühlt!”, so eine Teilnehmerin.

Dazu die Kursleiterin, Livia Boscardin:  “Ich bin beeindruckt vom Mut und vom ­Selbstbewusstsein der Schülerinnen, wie ­offen sie über erlebte oder ­beobachtete Grenz­überschreitungen und Gefühlen dazu sprechen, und auch berührt von ihrem Zusammenhalt und ihrer Sensibilität.”

Download des Artikels (PDF)

KOSTENLOSER SCHNUPPERKURS

Im Rahmen der 16 Tage gegen patriarchale Gewalt

Samstag, 28. November 2026, 17-19 Uhr

Genossenschaft Davidseck, 4056 Basel

Wen-Do ist ein empowernder Mix aus körperlichen und verbalen Strategien. Wir lernen einfache, aber effektive Verteidigungstechniken, und wo wir Hilfe holen können. 

➡️Kostenloser Kurs ab 16 Jahren. All Genders ausser Cis-Männer.

Anmeldung: info@wendo-basel.ch

🍀 Gewinnspiel!🍀 
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PODIUMSGESPRÄCH "SICHERHEIT", IMAGINE FESTIVAL 2024

Am imagine Festival Basel vom Juni 2024 haben fünf Expert:innen auf einem Podium über verschiedene Aspekte der Sicherheit diskutiert. Besonders im Mittelpunkt stand die Frage: „Wo stehen wir im Bereich der sexualisierten Gewalt und was muss noch getan werden?“ Es wurde klar, dass es noch viel zu tun gibt, so auch Livia Boscardin, Wen-Do-Trainerin und Soziologin vom Verein Wen-Do Basel, welche als Expertin mitdiskutiert hat.

Podiumsgäste:

  • Livia Boscardin – Wen-Do Trainerin und Soziologin, Verein Wen-Do Basel
  • Anna-Beatrice Schmaltz – Gemeinderätin Zürich, 16 Tage gegen Gewalt an Frauen
  • Nina Hurni – Workshops imagine basel
  • Alessandro Suter – Opferhilfe beider Basel
  • Adrian Kamber – Verband der Psychologinnen und Psychologen beider Basel
  • Philipp von Wartburg – Jugendstaatsanwaltschaft Basel – leider krankgemeldet

Moderation: Hanna Girard

Fotos: Quint

Interessiert, was genau besprochen wurde und welche Schritte noch erforderlich sind?
Hört euch hier das aufgezeichnete Podiumsgespräch vom 8. Juni 2024 an:

WEN-DO IM GESUNDHEITSTIPP

Der Gesundheitstipp hat unsere Kursteilnehmerin Katja Reichen interviewt!

Danke, Katja, für deine Worte, die damit verbundene Öffentlichkeitsarbeit zugunsten von Wen-Do und für deine Power! 😎

Auszug aus dem Artikel von Oktober 2023:

Katja Reichen besucht seit kurzem einen Kurs in Wen-Do, um sich besser ver­teidigen zu können. «Seither kann ich mich viel mehr auf mein Bauchgefühl verlassen», sagt die 50-Jährige aus ­Basel. Sie habe gelernt, zu spüren, wenn sie etwas nicht wolle, und sich in solchen Fällen zu wehren – mit Worten oder notfalls auch körperlich.
«Ob mir zum Beispiel eine Geste oder ein Spruch unangenehm ist, hängt stark von der Situation ab», so Reichen. «Jetzt kann ich das besser für mich einordnen», sagt sie. «Im Wen-Do tauschen wir uns über solche Dinge aus.» Mit ihrer Erfahrung ist sie nicht allein. Laut einer repräsentativen Umfrage des Instituts GfS in Bern ist jede zweite Frau bereits verbal belästigt worden. Und jede fünfte hat einen sexuellen Übergriff erlebt.

🎥WEN-DO IN DER SRF RUNDSCHAU🎥

💥Empowerment für gewaltbetroffene junge Frauen, oder: “Ein Goal schiessen” [kicken]…💥💟


Im SRF-Rundschau-Beitrag zum Mädchenhaus Zürich vom 10.5.23 erfolgt ein Bericht zum WEN-DO-Selbstverteidigungskurs für die jungen Frauen.

“Gewalt gegen Mädchen: Es braucht mehr Schutzplätze
Viele Mädchen erleben in der Schweiz häusliche Gewalt: Rund 1000 Fälle hat die Polizei 2022 registriert. Die Täterinnen und Täter sind fast immer die Eltern. Im «Mädchenhaus» in Zürich finden Opfer Schutz vor Drohungen, Schlägen und Übergriffen. Es ist die einzige Unterkunft dieser Art in der Schweiz. Es gibt zu wenig Schutzplätze für gewaltbetroffene Mädchen.”


➡️ Zum sehenswerten Beitrag ab Min. 18:34

SEXUAL HARASSMENT AWARENESS DAY

Interview: Wen-Do gegen sexuelle Belästigung an Schweizer Hochschulen

Menschen, die andere sexuell belästigen, müssen Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Ihnen selbstbewusst gegenüberzutreten, ist eine grosse Herausforderung. Die Wen-Do-Empowerment-Trainerin und Soziologin Dr. Livia Boscardin erklärt, wie ein Selbstbehauptungstraining hierbei helfen kann.

Interview mit Dr. Livia Boscardin