MUT TUT GUT!
PRÄVENTIONSPROGRAMM MUT TUT GUT. GESCHLECHTERSPEZIFISCHE SELBSTVERTEIDIGUNG UND SELBSTBEHAUPTUNG MIT ACTION!
DAS PROGRAMM IM DETAIL
DAS PROGRAMM IN KÜRZE
- Dieses Angebot besteht aus zwei parallel stattfindenden, geschlechterspezifischen Selbstverteidigungs-Kursen: Ein Wen-Do-Kurs und ein Thaibox-Kurs.
- Die Kurse fördern das Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen der Schüler:innen, bestärken sie in ihrer Selbstbestimmung und ihrem Körpergefühl und sensibilisieren zu sexualisierter Gewalt.
- Die geschlechterspezifische Selbstverteidigung dient der Prävention von Übergriffen und Mobbing und fördert den Zusammenhalt zwischen und unter den Geschlechtern.
- Je nach Setting und Kursumfang können auch gemischt-geschlechtliche Sequenzen durchgeführt werden.
Wen-Do
Wen-Do-Kurse sind auf spezifische Situationen ausgerichtet, welche Mädchen, Frauen und genderdiverse Personen in der Familie, in Beziehungen, in der Schule und in der Öffentlichkeit begegnen: von herabwürdigenden Sprüchen und ungewollten Annäherungsversuchen bis zu körperlichen Übergriffen und sexualisierter Gewalt. Die Tatpersonen sind im Grossteil der Fälle Bekannte und Autoritätspersonen der Betroffenen. Dies macht es umso schwieriger, die oft subtile Gewalt als solche zu erkennen und etwas dagegen zu unternehmen.
Im Kurs lernen die Teilnehmenden, auf ihre Gefühle zu vertrauen und NEIN zu sagen.
Wen-Do ist also kein Kampfsport, sondern ein abwechslungsreicher Mix aus technischen Übungen (boxen, kicken, schreien), Diskussionen und Rollenspielen.
Trainiert wird eine einfache, aber effektive verbale sowie körperliche Selbstverteidigung für konkrete Alltags- und Angriffssituationen. Wen-Do thematisiert altersgerecht Belästigung und Gewalt und informiert über Unterstützungsangebote. Im Fokus aller Kurse stehen Grenzen – deren Wahrnehmung und selbstbewusste Setzung sowie Reaktionsmöglichkeiten, falls sie missachtet werden (dies passiert bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen leider oft auch online, in Date- und Beziehungs-Situationen). Und schliesslich kommt auch der Spass nicht zu kurz!
Thaiboxen & Prävention
Auf Basis von gegenseitigem Respekt und Fairness lernen Kinder, Jugendliche und junge Männer im Kurs, ihre Grenzen wahrzunehmen und Konflikte gewaltfrei zu bestehen. Bewusster Körperkontakt wird lehrreich eingeübt, statt in Gewalt auszuarten, und immer mit ruhigen Momenten der Reflexion kombiniert. Der Sport stärkt sie in ihrem Selbstwertgefühl und ihren Sozialkompetenzen.
Der Kurs thematisiert positive wie negative Gefühle und diskutiert Geschlechterrollen altersgerecht, kritisch und kreativ. Der Fokus ist Gewaltprävention: Von deeskalativem Verhalten bei Provokationen bis zu Konsens bei Dates und Beziehungen. Dabei wird auch digitale Gewalt beleuchtet: Ob als Betroffene von Cybermobbing oder als potenzielle Ausübende – wir erarbeiten, wie digitale Räume respektvoll genutzt werden und wo die Grenzen zwischen Spass und Straftat liegen.
Das Angebot verknüpft sportliches Training mit konkreten Unterstützungsangeboten. Wir vermitteln, wo die Teilnehmenden bei eigenen Gewalterfahrungen, Grenzüberschreitungen oder als Bystanders Hilfe finden. So werden sie befähigt, Verantwortung für sich und ihr Umfeld zu übernehmen.
GENDER
- Wir verstehen Geschlecht nicht als binäre und biologisch begründete Realität, sondern als soziales und kulturelles Konstrukt. Es gibt viele verschiedene Geschlechtsidentitäten, und oftmals ist die Geschlechtsidentität einer Person nicht von aussen erkennbar. Unsere Kurse richten sich demnach wie folgt an die verschiedenen Zielgruppen:
- Der Wen-Do-Kurs ist für alle offen, ausser für cis Jungs. Dies können cis und trans Mädchen sowie trans, inter, nicht-binäre und questioning Personen sein.
- Der Thaibox-Kurs ist für alle offen, ausser für cis Mädchen. Dies können cis und trans Jungs sowie trans, inter, nicht-binäre und questioning Personen sein.
- Die Kursleitenden überlassen selbstredend den Schüler:innen die Entscheidung, welche Geschlechtsidentität sie besitzen und in welchem Kurs sie folglich teilnehmen möchten.
ZIELE
- Stärkung der Teilnehmenden in ihrem Selbstbewusstsein und Körpergefühl → «Mein Körper gehört mir!»
- Trainieren von Sozialkompetenzen, Auflockerung von Spannungen zwischen den Schüler:innen, Stärkung der Klasse als Team → «Ansetzen, bevor es kracht!»
- Gewaltprävention durch Sensibilisierung zu sexualisierter Gewalt und Mobbing → «Nein heisst Nein!»
- Spass
PRÄVENTIONSTHEMEN
- Gewaltprävention
- Bewegungsförderung
- Psychische Gesundheit
- Sexuelle Gesundheit
- Medienkompetenzförderung (Thema Digitale Gewalt und digitale Selbstverteidigung)
